Krankenversicherung
In Dänemark existiert eine einzige gesetzliche Krankenversicherung, darüber hinaus können die Bürger einzelne Leistungen privat versichern. Die Organisation des Gesundheitswesens liegt komplett in staatlichen Händen, die Finanzierung erfolgt über Steuern ohne gesonderte Krankenversicherungsbeiträge. Bürger mit Wohnsitz und Steuerpflicht in Dänemark sind automatisch gesetzlich krankenversichert.
Sektoren der dänischen Krankenversicherung
Es gibt den Primärsektor und den Krankenhaussektor. Im Primärsektor, adäquat etwa den deutschen Ambulanzen, findet Prävention sowie ambulante Behandlung und Versorgung statt. Der Krankenhaussektor behandelt stationär und stellt aufwendigere Therapien sowie Intensivmedizin bereit. Die gesetzlich Versicherten haben unentgeltlichen Anspruch auf rund 80 Prozent aller Leistungen in beiden Sektoren über ihre gesetzliche, steuerfinanzierte Krankenversicherung. Für die restlichen 20 Prozent, die vor allem Arzneimittel, eine verbesserte zahnmedizinische Versorgung und Leistungen der Heilmedizin, Physio- und Psychotherapie betreffen, können sich die Dänen privat versichern. Dieses Modell ähnelt in etwa der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung mit privater Zusatzversicherung. Die dänische Regierung ist bemüht, die steuerfinanzierte Gesundheitsversorgung auf so hohem Niveau wie möglich aufrechtzuerhalten und beschließt daher alljährlich neue Finanzrahmen, die Probleme ähneln denen der deutschen GKV.
Versicherungsmodelle für gesetzlich Versicherte
Unabhängig von etwaigen privaten Leistungen außerhalb des gesetzlichen Gesundheitsschutzes haben die Dänen ab ihrem 16. Lebensjahr auch innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung die Möglichkeit, zwischen zwei Modellen zu wählen:
- Hausarztmodell: Der Staat übernimmt sämtliche Kosten, es ist eine freie Arztwahl aber nur sehr eingeschränkt (mit Voranmeldung, höchstens halbjährlich) möglich. Zu Spezialärzten muss vom Hausarzt eine Überweisung ausgestellt werden.
- Freie Arztwahl: Es kann jeder Arzt frei gewählt werden, auch ohne Überweisung. Die Ärzte wiederum sind nicht an Tarifabkommen gebunden, eine Behandlung kann daher teurer werden, wofür der Patient in Vorleistung gehen muss. Er erhält aber nur den Betrag nach dem Hausarztmodell erstattet. Nur zwei Prozent der Dänen wählen dieses Modell, obgleich es im Einzelfall sicher Vorteile bringt, vielleicht ähnlich denen von deutschen Privatpatienten. Es dürfte für Dänen einfach sehr ungewohnt sein, für den Arzt überhaupt irgendetwas zu bezahlen.
Krankenhausbehandlungen sind kostenlos, die Patienten können das Krankenhaus frei wählen, wobei es teilweise recht lange Wartezeiten für Operationen gibt. Alternativ sind Behandlungen in Privatkrankenhäusern möglich, wofür wiederum eine private Versicherung abgeschlossen werden kann. Der Staat administriert das Gesundheitswesen über drei Ebenen, lokal, regional und national. Die medizinischen Leistungen entsprechen europäischen Standards, einzig die Wartezeiten bei Operationen in staatlichen Krankenhäusern sind verbesserungswürdig.