Dänische Musik: Mehr als nur die Olsen Brothers

Dänische Musik: Mehr als nur die Olsen Brothers (Bild: Robin Skjoldborg, wikimedia)

Dänische Musik: Mehr als nur die Olsen Brothers (Bild: Robin Skjoldborg, wikimedia)

Wer an dänische Musik denkt, hat je nach Präferenzen Gitte Haenning – die sich Dänisch Gitte Hænning schreibt – oder den Schlagzeuger von Metallica Lars Ulrich vor Augen und inneren Ohren. Klassisch gebildete Personen denken scharf nach, es fällt ihnen allerdings nicht viel ein, was aus dem Staate Dänemark kommt. Sibelius ist Finne, Edvard Grieg Norweger. Schon mal etwas von Carl Nielsen gehört? Das ist der wichtigste dänische Klassiker (1865 – 1931). Dabei begann sich im 16. Jahrhundert schon eine eigene dänische Musikkultur zu entwickeln. Buxtehude und Schütz, beide dem Norden Deutschlands verbunden, wirkten zeitweilig in Dänemark, Heinrich Schütz war sogar königlicher Oberkapellmeister am Hof in Kopenhagen.

Vielleicht wurde das dänische Musikerbe des Barock wenig kommuniziert, weil die wichtigsten Protagonisten doch aus Deutschland stammten. Die Oper Holger Danske wurde vom Lübecker Æmilius Kunzen geschrieben, das noch heute populäre Stück Elverhøy vom Uelzener Friedrich Kuhlau, der allerdings in Kopenhagen starb. Viele deutsche Musiker wirkten sehr lange und intensiv in Dänemark. Die wichtigen dänischen Komponisten sind neben Carl Nielsen noch Jørgen Bentzon, Knudåge Riisager, Vagn Holmboe und Finn Høffding. Noch nie gehört? Das ist keine Schande. Man kennt sie wirklich nicht.

Aber der Eurovision Song Contest

brachte im Jahr 2000 den dänischen Durchbruch, denn die Olsen Brothers obsiegten für das Königreich. Auch die Band Aqua zählt man heute zu den wirklich erfolgreichen dänischen Exporten, daneben Niels-Henning Ørsted Pedersen, Kashmir, Red Warszawa (eine dänische Band!) und Trentemøller. Also: Dänemark ist musikalisch schwer im Kommen.